Mich persönlich führten meine Wege bereits einmal nach Venedig, doch meine Begleitung war noch nicht bis in die Lagunenstadt vorgedrungen, daher staunte sie auch nicht schlecht, als wir beim Anflug auf den Flughafen einen schönen Blick über La Serenissima erhaschen konnten. Wie klein, niedlich und beschaulich das Städtchen doch sei. Diese Meinung änderte sie spätestens nach der fünften Brücke, die sie mit ihrem schweren Koffer überqueren musste, um zum Hotel zu kommen. Es ist auch kein sprichwörtlicher Gigolo mal zur Hand, wenn man mal einen benötigt.

Campanile
Nachdem wir endlich am Hotel (Palazzo aus dem 18. Jahrhundert, mit schönen Balkonausblick auf einen Kanal und eine oft lärmende Kirche) angekommen waren, und uns erfrischt hatten, ging es auch schon Schnurstracks zum Marcusplatz. Aber was heißt hier Schnurstracks, in Venedig ist wohl keine Straße (eher Gasse) gerade, außer vielleicht die Strata Nuova, welche ein ehemaliger Kanal ist und zwar gut zum Shoppen geeignet ist, aber weniger, um das venedische Flair zu genießen.
Mein Tipp: auch wenn man eine tolle nagelneue Karte sein Eigen nennt, ist man doch besser beraten, wenn man den leuchtendgelben Richtungsschildern folgt, die einen den Weg zu der Rialto-Brücke und dem Marcusplatz zeigen, wenn auch vielleicht nicht auf dem direktesten Weg, aber immerhin kommt man an. Nach meiner Erfahrung kann die Karte von Venedig noch so detailliert sein, es gibt immer noch Gassen oder Brücken, die nicht drauf verzeichnet sind. Aber vielleicht macht das auch gerade den Charme von Venedig aus: man verirrt sich auf dem Weg vielleicht ein bisschen, kommt aber letztendlich immer da raus, wo man hinmöchte.

Venedig
Noch ein paar Tipps für Venedig-Besucher: anstatt den teuren Cappuccino im Caffe Florian für stolze 16€ zu genießen (auch wenn es zugegebenermaßen ein tolles Erlebnis im ältesten Kaffehaus Europas ist), kann man sich auch im Campanile einen am Automaten ziehen (der schmeckt sogar halbwegs) und verkürzt damit die Wartezeit, wenn man in die San Marco-Kirche möchte oder auf dem Campanile. Auch gut beraten ist man, wenn man in der Basilika di San Marco den beschwerlichen Aufstieg in das Museum wagt, hat man doch von dem balkon einen großartigen Blick über den Platz. Auch zu empfehlen ist eine Sprachreise Venedig, auf der Sie alle Facetten der Wasserstadt beim Lernen der Sprache entdecken können!
Sehr interessant ist auch ein Besuch der Friedhofsinsel San Michelle. Besonders der leicht verfallene evangelische Friedhof mit seinen imposanten Grabsteinen ist ein Besuch wert (dort liegt unter anderem auch der Dichter Ezra Pound). Und wenn man schon mit dem Vaporetto unterwegs ist, kann man auch gleich weiter zu der Glasbläserinsel Murano schippern und dort Schmuck aus Glas shoppen. Ein 12-h oder 24-h-Ticket für das Vaporetto lohnt sich ab drei Fahrten. Auf jeden Fall muss eine Fahrt auf dem Canal Grande (besonders bei Dämmerung) drin sein. Sie dauert von San Marco bis zum Bahnhof gute 45 Minuten.











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